Der Brief: Die Geschichte

Der Brief: Die Geschichte

Jun 01

Email, SMS, Telefonanrufe – in der heutigen Zeit ist die Kommunikation zwischen Menschen meist dominiert von verschiedensten Arten der Elektronik. Was früher noch der handschriftlich geschriebene Brief war, ist heute der Austausch von Emails, kürzere Nachrichten werden gerne über SMS Versand. Doch trotz allem werden auch heute noch Tausende von Briefen Versand und beleben damit täglich eine Tradition wieder, die bereits einige Hundert Jahre alt ist.

Früher nur von wenigen reichen Kaufleuten oder Amtsträgern verfasst, fand der Brief Anfang des 18. Jahrhunderts Einzug in weite Kreise der Oberschicht. Es war das Jahrhundert des Briefes, wie das18. Jahrhundert genannt wird, und der Austausch per Papiernachrichten wurde stetig bedeutender. In selten Fällen durften sogar erstmals einfachere Menschen Briefe schreiben und es entwickelte sich der Beruf des Briefschreibers. Diese Briefe waren jedoch meist kein Ausdruck persönlichen Stils, sondern oftmals von Floskeln oder Redewendungen geprägt, wie sie auch heute noch, vor allem bei geschäftlichen Briefen, zum Tragen kommen.

Der Brief diente schon im 19. Jahrhundert der Instandhaltung einer Beziehung

Vor allem im 19. Jahrhundert erreichte der Brief schließlich weite Bevölkerungskreise und gerade in Zeiten des Krieges stellen dieser eine hervorragende Möglichkeit dar, um mit den Soldaten an der Front bzw. umgekehrt mit der Heimat in Kontakt zu bleiben. Vor allem für die Geschichtswissenschaften zeigen sich hierbei die unterschiedlichen Korrespondenzen auch der einfacheren Bevölkerung als hervorragenden historische Quelle und bieten bedeutende Einblicke in das Leben und Alltagsleben der Menschen.

Im Vergleich zur heutigen Zeit war ein Brief bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts jedoch, was seine Form anbelangte, lediglich ein gefalteter Papierbogen. Umschläge, oder gar besondere Umschläge, wie sie heute üblich sind, wurden zur damaligen Zeit noch nicht verwendet. Die Größe eines Briefes betrug dabei im Regelfall 9×17 Zentimeter, das Gewicht wiederum ca. 15 Gramm. Der zusammengefaltete Bogen wiederum wurde mit heißem Wachs versiegelt, was Sicherheit bezüglich des Briefgeheimnisses gewährleisten sollte. Wurde der versiegelte Brief schließlich abgeschickt, handelte man mit der jeweiligen Poststelle die betreffende Gebühr aus, gab es doch keine einheitlichen Tarife, die für alle bzw. für jede Poststelle gegolten hätte.

Der Briefumschlag

Im Jahr 1830 schließlich kam es zu einer Wende im Briefwesen – der gefaltete Brief mit Siegel wurde durch einen gewerbsmäßig hergestellten Briefumschlag, jedoch immer noch mit Siegel versehen, ersetz. Ab 1840 wurden diese Briefumschläge schließlich maschinell hergestellt und ab dem Jahr 1849 mussten Briefumschläge schließlich nicht mehr versiegelt werden. Die Entwicklung wurden nun rasch vorangetrieben, sodass in den darauffolgenden Jahren stetig Neuerungen verzeichnet werden konnten. So wurden beispielsweise im Jahr 1850 Freimarken eingeführt und 1851 schließlich Briefumschläge mit eingedrucktem Wertzeichen.

Nach einigen weiteren Neueinführungen wurde im Jahr 1908 schließlich der erste Briefumschlag mit einem Fenster eingeführt – ein Modell, das bis heute nichts an seiner Gültigkeit eingebüßt hat. 15 Jahre später schließlich wurde außerdem das Höchstgewicht eines Briefes von 250 Gramm auf 500 Gramm angehoben, was sich jedoch nach dem Krieg, im Jahr 1947, erneut ändern sollte. Hier wurde das Höchstgewicht um weitere 500 Gramm nach oben gestockt, außerdem wurden und werden seit dem Jahr 1963 alle Standardbriefsendungen zu einem besonderen Tarif angeboten, wobei erst 1993 die heute aktuellen vier Briefformate eingeführt wurden.

Photo: Fatman73 – Fotolia.com

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